Betreuung von Menschen in Notsituationen

Neues Kriseninterventionsteam des Malteser Hilfsdienstes erhielt eigenes Einsatzfahrzeug. Mit der offiziellen Übergabe eines eigenen Einsatzfahrzeuges wurde das Projekt "KIT" (Krisenintervention) des Malteser Hilfsdienstes, das vollkommen in ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird, der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Pfarrer Hasso von Winning, der mit Pfarrer Peter König das Fahrzeug und vor allem seine Insassen segnete, zeigte sich verwundert, dass bei der Feierstunde die bereits seit zwölf Jahren bestehende Notfallseelsorge mit keiner Silbe erwähnt wurde. Es sei aber gelungen, alle drei Kriseninterventionsteams - auch das BRK wurde hier tätig - in einen gemeinsamen Einsatzplatz zu integrieren.

Zu der Feierstunde in der Malteser-Dienststelle war eine Reihe von Repräsentanten von Hilfsorganisationen, aber auch aus der Politik, gekommen, die Bezirksgeschäftsführer Franz Liebl begrüßte. Ortsbeauftragter und stellvertretender Diözesanarzt Dr. Karsten Knöbel erklärte, dass bereits 2007 alle Einsatzkräfte der Malteser im Bereich "Psychosoziale Unterstützung" geschult wurden. Ein Teil der Mitarbeiter besuchte einen Kriseninterventionslehrgang mit dem Ziel, eine KIT-Einheit zur Unterstützung der bisherigen Betreuungseinheiten aufzubauen. Man sei in der Prävention sowie im hauptamtlichen Rettungsdienst tätig; jetzt könne mit den KIT-Teams nach einem Unfall oder ähnlichen Unglücken eine wichtige Lücke geschlossen werden.
Man biete eine qualifizierte und auf den Fundamenten des Christentums basierende Betreuung und Begleitung von Menschen in Krisensituationen an gemäß dem Malteser-Leitsatz "Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen". Man verstehe Krisenintervention auch als präventive Maßnahme, sagte Dr. Knöbel. Mit der Übergabe eines eigenen KIT-Fahrzeuges bestehe 24 Stunden Bereitschaft, die die Mitarbeiter ehrenamtlich leisten.
Er sei als Notarzt froh, dass es solche KIT-Teams gebe, sagte Dr. Rainer Tichy, Diözesanleiter der Malteser. Sie würden aufgrund der veränderten Gesellschaftsstruktur immer wichtiger; nicht nur ältere, sondern auch zunehmend jüngere Menschen hätten in Krisensituationen niemanden, der ihnen zur Seite steht. Der Tod werde oftmals nicht als Teil des Lebens, sondern als Katastrophe wahrgenommen. Die steigende Notwendigkeit von Kriseninterventionsteams sei ein Zeichen, dass Nächstenliebe und menschliches Miteinander verloren gehen, bedauerte Dr. Tichy.
MdL Reinhold Perlak, Bürgermeister Hans Lohmeier und stellvertretende Landrätin Christa Heisinger hoben in ihren Grußworten die Wichtigkeit von Krisenintervention mit den dazugehörigen Netzwerken hervor. Die Segnung des Einsatzfahrzeuges nahmen Pfarrer Peter König und Pfarrer Hasso von Winning vor, die Gottes Segen nicht nur für das Fahrzeug, sondern auch für deren Insassen erbaten.
Jetzt nehmen drei Organisationen die gleiche Aufgabe wahr, stellte Hasso von Winning, fest. Er war etwas verwundert, dass die bereits seit zwölf Jahren bestehende Notfallseelsorge nicht erwähnt wurde. Es sei nun gelungen, die drei Organisationen in einem Einsatzplan zu koordinieren; man sei nicht in den Fehler verfallen, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Wenn ein Notfall eintritt, sei es vollkommen egal, wer gerufen wird; das Wichtigste sei, dass effektiv Hilfe geleistet werde, sagte Hasso von Winning. Man sei für jeden dankbar, der sich ehrenamtlich engagiere.
Der kleinen Feierstunde, die mit einem musikalischen irischen Reisesegen beendet wurde, gaben Tina Langer und Alexander Uhlir durch ihre musikalische Gestaltung eine besondere Note. - eam -

Weitere Informationen zum Kriseninterventionsteam des MHD Straubing: http://www.malteser-straubing.de/krisenintervention