Ein lange gehegter Wunsch der Straubinger Malteser ging endlich in Erfüllung! Ein AED-EKG-Kombigerät (in der Fachsprache), besser verständlich ein leistungsfähiger Frühdefibrillator mit der zusätzlichen Möglichkeit einer optischen EKG-Überwachung und Patienten-Monitoring, konnte nach einer beachtlichen „Anschubfinanzierung“ in Höhe von 1000.- € durch die Röhrlbrauerei Straubing, an den Bereich Notfallvorsorge und Katastrophenschutz des Malteser Hilfsdienst e.V. Straubing übergeben werden. Bei dem im vergangenen Juni mit großem Erfolg, zum 1. mal stattfindenden „Weißbierfest“ der Röhrlbrauerei, wurde der Erlös aus dem Wettbewerb „Maßkrugrutsche“ den Maltesern zur Verfügung gestellt.
Ein Rettungsgerät, das von Malteser-Einsatzkräften auch ohne die Anwesenheit eines Arztes/Notarztes am bewusstlosen Notfallpatienten unverzüglich zur Analysierung der elektromechanischen Herzimpulse angewendet werden kann und darf. Dabei werden lediglich zwei etwa handtellergroße Klebeelektroden im Brustbereich auf die Haut des Patienten geklebt und über bereits fertig damit verbundene Kabel an das Gerät angesteckt. Ab diesem Moment übernimmt das Gerät durch Sprachmitteilungen praktisch das Kommando über die Rettungsmaßnahmen und analysiert richtige Haftung der Elektroden, Haut- und Gewebewiderstand des Patienten und die Herzimpulse. Letztere gleich es mit im Gerät fest hinterlegten EKG-Mustern ab und entscheidet mit höchster Sicherheit, wenn ein Schockimpuls an das Herz des Patienten abgegeben werden soll.
Dies ist der Fall, wenn das Herz sozusagen aus dem Takt geraten ist und nur noch unkontrolliert agiert (Herzflimmern) oder rasend schnell schlägt (ventrikuläre Tachy-kardie), wobei es keinen effektiven Blutauswurf mehr zustande bringt.
Das Gerät wird dann einen internen Stromspeicher automatisch aufladen und den Bedienenden über eine Ansage auffordern den Stromstoß durch drücken der „Schocktaste“ auszulösen.
Der ausgelöste Stromstoß, der durch die Lage der Elektroden direkt durch das Herz des Patienten geleitet wird, wird durch die automatisch erfolgte Impedanzmessung und -abgleich mit 150 Joule biphasisch abgegeben. Dies ist ein modernes Verfahren, dass den Herzmuskel mit größtmöglicher Effektivität und geringstmöglichem Schaden zu einer kompletten Kontraktion bringt, wonach der normale Herzrhythmus in vielen Fällen wieder selbst einsetzt.
Die Anwendung eines AED (automatisierter externer Defibrillator, oder im Volksmund Frühdefibrillator) ist so frühzeitig wie nur irgendwie möglich herbeizuführen und zu-sammen mit den klassischen „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ der Erste-Hilfe, hier speziell der Herz-Lungen Wiederbelebung (Beatmung und Herzdruckmasage) durchzu-führen. Sie ist so einfach, dass die Anwendung selbst durch Laien möglich und sogar beabsichtigt ist. Inzwischen wird die Anwendung in allen Erste-Hilfe-Kursen bei den Hilfsorganisationen gelehrt. An vielen öffentlichen Plätzen, auch in Straubing, gibt es bereits für Jedermann zugängliche AED´s (Frühdefibrillatoren).
Alarmierter Rettungsdienst und Notarzt benötigen selbst in einer Stadt in der Regel 5 bis 10 Minuten bis zum Eintreffen am Notfallort. Diese Zeitspanne ist leider oft bereits zu lange, und der „plötzliche Herztod“, auch unter Einsatz modernster Rettungsmittel und notfallmedizinischer Kunst, nicht mehr abzuwenden.
Die ehrenamtlichen Malteser-Einsatzkräfte führen häufig Sanitätsdienste bei den unterschiedlichsten öffentlichen Veranstaltungen durch, und sind somit oft direkt am Ort des Notfallgeschehens anwesend! Das neue Gerät wird nun zur festen Ausstattung eines Rettungsfahrzeuges gehören, dass im Bereich Notfallvorsorge und Katastrophenschutz für die Sanitätsdienste genutzt wird. Ein weiteres dieser Einsatzfahrzeuge verfügt bereits über derartige Ausstattung.