Ende 2007 wurde damit begonnen alle Einsatzkräfte der Betreuungseinheiten der Straubinger Malteser im Bereich „Psychosoziale Unterstützung” zu schulen. Ein Teil der Lehrgangsabsolventinnen und -absolventen wird 2008 den nächsten Schritt gehen und einen Kriseninterventionslehrgang (KIT) mit anschließendem Praktikum bei der Notfallseelsorge Straubing besuchen. Ziel ist der Aufbau einer KIT-Einheit zur Unterstützung und Ergänzung der bisherigen Betreuungseinheiten. Im Folgenden wollen wir Ihnen vorstellen, was Krisenintervention beim Malteser Hilfsdienst bedeutet.
Der Malteser Hilfsdienst hat einen hohen Kompetenz- und Qualitätsanspruch im Ehren- und Hauptamtlichen Bereich. Der Mensch steht mit Leib und Seele im Mittelpunkt des Tuns. Für ihn engagieren sich die Malteser, ihn nehmen sie in seiner Not wahr und ernst. Trotz aller Bedrängnis in der Krise geben Malteser Zeugnis von der Hoffnung, die sie trägt. Der Glaube wird deutlich durch freundliche, zuverlässige und kompetente Hilfe.
Die Stärken des Malteser Hilfsdienstes liegen u.a. in der Notfallkompetenz, die sich in der Notfallvorsorge und hier im Bereich Psychosoziale Notfallversorgung wieder finden. Dies ist eine der Kernkompetenzen der Malteser. Als anerkannte Experten für psychosoziale Notfallversorgung in einer kirchlichen Hilfsorganisation bieten sie eine qualifizierte und auf den Fundamenten des Christentums beruhende Betreuung und Begleitung von Menschen in akuten Krisensituationen an.
Der Malteser Hilfsdienst versteht Krisenintervention, als präventive Maßnahme zur Verringerung der Entstehung manifester Krankheitsbilder. „Die Krisenintervention im Rettungsdienst (KIT) ist eine Struktur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, als integraler Bestandteil des bestehenden Rettungsdienstes psychisch traumatisierte Patienten im Sinne eines Akutdienstes ambulant zu betreuen.” (C. H. Daschner). In diesem Sinne bieten Malteser eine erste Hilfestellung zur Stabilisierung und Orientierung. Mit ihrem christlichen Selbstverständnis und ihrer Fachkompetenz sind sie in Krisensituationen präsent. Damit heben sich Malteser bewusst von anderen säkularen Einrichtungen ab.
Folgende Indikationenliste ist festgesetzt:
Generelle Alarmierungsgründe:
- Tödlicher Unfall (jeglicher Genese); dazu gehören auch Arbeitsunfälle
- Unfall mit öffentlichen Verkehrsmitteln / Schienenfahrzeug
- Neben der Akutbetreuung von Angehörigen gehört dazu auch die Akutintervention von Fahrzeugführern öffentlicher Verkehrsmittel.
- Kapitalverbrechen (Raub- und Banküberfälle; Mord)
- Suizid
- SIDS / Tod eines Kindes
- Vermisste Person
- Katastrophe / Massenanfall an Verletzten
- Zusammenarbeit mit Katastrophenschutz im Bereich Soziale Betreuung. Der Bereich PSNV hat Leitungscharakter.
- Überlanger Rettungseinsatz (mit besonderer Belastung von Angehörigen)
Situative Alarmierungsgründe:
- Laufende / Erfolglose Reanimation
- Suizidversuch – beinhaltet die Betreuung von Augenzeugen und Angehörigen als Akutintervention
- Kind in Not (ohne Einschränkungen)
Alarmierungsausschluss
- Stressbelastete Einsatzkräfte
- (Ehe-) Streitigkeiten
- Psychische Erkrankungen
- Drogen und Alkohol
- Polizeiliche Aufgaben (z.B. Deeskalation)
- „talk down” bei Einsatz „Person droht zu springen”
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Personen in diesen Situationen nicht geholfen wird. Es ist lediglich so, dass andere Einheiten (z. B. Polizei oder Rettungsdienst) in diesen Fällen zuständig sind.
Sie wollen weitere Informationen zur Krisenintervention erhalten? Thomas Wagner, Leiter Krisenintervention der Malteser in Straubing, informiert Sie gerne.
Email: Thomas.Wagner @ malteser-straubing.de
Weiteres zum Thema Krisenintervention finden Sie zum Beispiel unter www.malteser-psnv.de
Aktuelles zum KIT-Team der Malteser in Straubing:
Neues KIT-Fahrzeug (Pressebericht): http://www.malteser-straubing.de/KIT_FZ_Weihe