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Malteser Straubing

Neue Erfahrungen machen - kompetent durch den Freiwilligendienst

Freiwilligendienste bieten die Möglichkeit, sowohl praktische Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln als auch eigene Denkmuster und Weltanschauungen zu reflektieren. Für die Dauer von 6 bis 18 Monaten kann man einen Freiwilligendienst in den verschiedensten Bereichen sozialer Einrichtungen absolvieren. Beispiele wären der Fahrdienst, der Schulsanitätsdienst, Betreuungsdienste, Kranken- und Altenpflege, integrative Schulbetreuung und noch viele mehr. Alle Infos zu den Möglichkeiten an der Dienststelle Straubing findet ihr hier.  

Vom Team der Schulungsstätte Straubing werden jedes Jahr sechs Malteser-Gruppen und zehn Caritas-Gruppen zum Zweck der Reflexion des eigenen Handelns im Freiwilligendienst mit Freiwilligen aus ganz Süddeutschland betreut. In überwiegend gleichbleibenden Gruppen werden hier für insgesamt über 450 junge Erwachsene 4-mal während des Freiwilligendienstes einwöchige Begleitseminare unter pädagogischer Anleitung abgehalten.

Allgemeine Informationen zu den Freiwilligendiensten der Malteser gibt es hier.

Sowohl im Freiwilligen Sozialen Jahr als auch im Bundesfreiwilligendienst sind 25 Bildungstage gesetzlich vorgeschrieben. Im integrierten Modell der Malteser werden 20 Bildungstage in den Begleitseminaren durchgeführt und die anderen 5 Bildungstage von den Bildungszentren des Bundes übernommen (politische Bildungswoche).

 

Aufbau von Begleitseminaren

Der Ausgangspunkt des Lernprozesses ist die praktische Tätigkeit in den Einsatzstellen, die in den Begleitseminaren unterstützt und reflektiert wird. Im Austausch mit anderen Freiwilligen können Erfahrungen aufgearbeitet und das eigene Rollenverständnis als Helfender diskutiert werden. Durch die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung des Gruppenlebens und der Seminarwochen werden persönliche Kompetenzen geschaffen und geschärft.

Prinzipien der Gestaltung der Begleitseminare sind:

Lebensweltorientierung und Ganzheitlichkeit: Berücksichtigung aller Lern- und Erfahrungsebenen; inhaltliches und methodisches Einbeziehen der individuellen Lebenslage der Freiwilligen

Partizipation: Teilhabe, Mitgestaltung und Mitbestimmung bei den Bildungsseminaren; Wirkung des eigenen Engagements verdeutlichen

Gender Mainstreaming/Diversity: Den Freiwilligen optimale Entwicklungschancen gewährleisten, unabhängig von Geschlecht, kulturelle und sozialer Herkunft; Heterogenität wird zum Vorteil aller Freiwilligen genutzt

Überwältigungsverbot und Kontroversität: Nicht die Anderen überreden sondern sie überzeugen; die eigene Meinung soll durch Diskussionen entstehen werden und nicht aufgezwungen werden

Lernziele:

• Kommunikationsfähigkeit
• Konflikt- und Kritikfähigkeit
• Teamfähigkeit
• Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz
• Lernfähigkeit und Leistungsbereitschaft
• Selbstorganisation und Selbstständigkeit
• Sorgfalt
• Verantwortungsbewusstsein


Eine Seminargruppe besteht aus 25-30 Teilnehmenden. Die Heterogenität wird durch die Zusammensetzung aus den verschiedenen Einsatzbereichen gewährleistet. Diese Gruppe bleibt während des Freiwilligendienstes und somit während der Begleitseminare weitestgehend konstant. So können Freundschaften geschlossen und gepflegt werden. Für das Gruppenzugehörigkeitsgefühl ist dies eine wichtige Grundvoraussetzung. Denn während dieser Zeit durchlebt nicht nur der/die Einzelne einen Erfahrungs- und Entwicklungsprozess, sondern auch die Gruppe als Lernort entwickelt sich mit den einzelnen Teilnehmenden weiter. Problemsituationen, die in kleinen (Praxisaustausch-)Gruppen oder in der Großgruppe durch kollegiale Beratung besprochen und gelöst werden, bieten Hilfestellung für den Freiwilligendienst aber auch darüber hinaus.

Seminartypen

In einem Turnus - beginnend immer im September eines Jahres - finden pro Seminargruppe 4 Seminare statt, die in verschiedene Seminartypen aufgeteilt sind:

Das Einführungsseminar (ES) das erste Seminar im Zyklus. Die Inhalte der Einführungsseminare sind konzeptionell festgelegt. Inhalte sind u.a. Kennenlernen der anderen Freiwilligen und deren Einsatzgebiete, Informationen über Rechte und Pflichten im BFD und der Umgang mit Menschen mit Behinderung oder anderer Hilfebedürftigkeit. Die letztgenannten Themen stellen dabei keine fachliche Einführung dar, sondern reflektieren die Situation der jugendlichen Helfer_innen im ungewohnten Kontakt mit Hilfebedürftigen und sollen sie in der Kommunikation und dem Umgang mit dieser Personengruppe unterstützen.

Die beiden Zwischenseminare (ZS I & ZS II) werden im Sinne der Partizipation von den Freiwilligen thematisch mitgestaltet und sind an deren Interessenslage orientiert.

Das Abschlussseminar (AS) dient vor allem der Rückschau auf das vergangene Jahr: Ziele zu Beginn des Jahres werden der persönlichen Situation am Ende gegenübergestellt, Kompetenzzuwachs bewusst gemacht, Zukunftsperspektiven nach dem BFD in den Blick genommen. Dem Abschiednehmen von der Gruppe wird Raum gegeben und die Gestaltung des Abschieds in der Dienststelle besprochen.

Inhalte von Begleitseminaren

Die Bildungsseminare dienen grundsätzlich der Persönlichkeitsbildung, der Praxisreflektion und zielen auf soziale, interkulturelle und politische Bildung ab.

Philosophie der Begleitseminare

Das Einführungsseminar ist das einzige Seminar, das im Vorfeld komplett von den Pädagog_innen selbst geplant wird. Ab dem Zwischenseminar I haben die Freiwilligen die Möglichkeit, selbst Themen vorzuschlagen. Die Pädagog_innen versuchen darauf hin möglichst abwechslungsreich zu referieren und verwenden dazu die gängigen Methoden der Gruppenarbeit, z.B. Kleingruppenarbeit, Worldcafe, Vorträge, Filme und andere neue Medien, Expert_innenvorträge, Exkursionen, Projektarbeit, Selbsterfahrung, Stationenlauf und viele mehr.

Die Teilnehmenden können und sollen weitgehend selbst entscheiden, „was“ und „wie“ sie lernen möchten. Ziel der Seminararbeit ist es, die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit der Teilnehmenden zu fördern, so dass sie immer mehr Aufgaben und Aktionen während des Seminares übernehmen können.

Praxisaustausch

Ein fester Bestandteil in allen Seminaren ist der Praxisaustausch, bei dem die Teilnehmenden die Möglichkeit bekommen, sich über ihren BFD, ihre Zukunftsplanung und die jeweiligen Einsatzstellen auszutauschen. Dafür wird die Methode der kollegialen Beratung verwendet. Grundsätzlich werden Wünsche und Anregungen der Freiwilligen ernst genommen und versucht, zu realisieren. So entstehen spannende Projekte, die zu einer lebendigen Seminarkultur beitragen.

Abendgestaltung

Ein weiterer Baustein ist die Abendgestaltung, die prinzipiell nicht mehr in das Seminar fällt aber trotzdem zu einer guten Gruppenatmosphäre beiträgt. Falls die Gruppen selbst eine Freizeitgestaltung planen möchten, wird dafür Zeit im Seminar gegeben und vom Leitungsteam unterstützt. Es werden Instrumente, Spiele, Medien und Räumlichkeiten für die Abendgestaltung gestellt. Zudem sind erlebnispädagogische Übungen und Gruppenspiele Teil der Seminare. Diese schaffen eine gute Gruppenatmosphäre und beseitigen eventuell auftretende Unstimmigkeiten.

Themenbereiche

Ausgangspunkt und grundlegender Bestandteil des Bildungs- und Lernprozesses im Freiwilligendienst ist die praktische Tätigkeit in den Einsatzstellen. Diese wird durch die begleitenden Seminare unterstützt und durch folgende Punkte reflektiert: die Auseinandersetzung mit der Lebenssituation Hilfebedürftiger und der eigenen helfenden Rolle als Freiwillige_r, dem Aufarbeiten des Erfahrenen im Austausch mit Anderen und in der aktiven Gestaltung des Gruppenlebens werden die Freiwilligen in ihrem Tun begleitet und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Hierzu gehört auch die Bearbeitung rein teilnehmerorientierter Themenstellungen, die jenseits der Einsatzstellentätigkeit allein im Interessenshorizont der Freiwilligen lieben und von diesen selbst gewählt werden.

Die Inhalte der Bildungsangebote werden grundsätzlich mit teilnehmeraktivierenden Methoden erarbeitet. Die Freiwilligen sollen sich durch ihr konstruktives Mitgestalten als selbstverantwortlich für ihren Bildungsprozess erleben und Inhalte eher durch eigenes Erleben erfahren als nur passiv-kognitiv zu rezipieren. Dabei ist der Lernprozess in den Seminaren durch Offenheit gekennzeichnet – es werden Referent_innen zu bestimmten Themen ins Seminar eingeladen oder Exkursionen durchgeführt.

Ihre Ansprechpartner vor Ort:

Michael Roth
Leiter Ausbildung
Tel. (09421) 5506-18
E-Mail senden
Katharina Oberhammer
Pädagogische Mitarbeiterin Referat Freiwilligendienste
Tel. (09421) 5506-23
E-Mail senden

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE79370601201201218752  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7